Vielleicht lag es an der Fußball-EM, dass die Open Source der Account Planning Group Deutschland (APGD) mit rund 80 Teilnehmern dieses Jahr nicht ganz so gut besucht war wie zuletzt. Am Programm, das die Verantwortlichen des Planner-Verbands zusammengestellt hatten, kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Denn das war erneut mit interessanten Vorträgen gespickt, die ganz bewusst um Themen jenseits der klassischen Marketingwelt kreisten.
So ging es um die Frage, inwieweit Spielfilme Spiegel des zeitgenössischen Alltags sein können, Kulturforschung zum Thema “deutsche Gemütlichkeit” und das Verhältnis von Individuum und Politik. Für Heiterkeit sorgte die Präsentation der “wirrsten Grafiken der Welt”. Einmal drehte sich alles ums Marketing: NIcholas Ind stellte sein Buch “Beyond Branding” vor. Darin unterstreicht er die Bedeutung von Transparenz und Authentizität als die zentralen Erfolgsfaktoren für erfolgreiches Marketing.
Zu Beginn der Veranstaltung, die vorigen Donnerstag bei Gruner + Jahr in Hamburg stattfand, appellierte Verbandschefin Karen Heumann (Jung von Matt) an ihre Kollegen, wieder stärker den Kontakt zur Kreation und den Kreativen zu suchen statt sich in Marktforschung zu verzetteln: “Unser Pfund ist Kreativität, damit müssen wir wuchern.” Denn genau in diesem Punkt unterscheiden sich laut Heumann die strategischen Kommunikationsberater von anderen Consultants. “Pläne schreiben können viele, mit Kreativität kennen sich aber nur wenige Leute wirklich aus”, so die 39-Jährige.
Für dieses Jahr plant die APGD erstmals ein Ausbildungs-Camp für den Planning-Nachwuchs. Zudem hat die Hauptversammlung den fünfköpfigen Vorstand im Amt bestätigt. Ihm gehören neben Heumann an: Stefan Baumann (Sturm und Drang), Larissa Pohl (WOB), Wolfgang Schäfer (Select) und Dominic Veken (Kolle Rebbe). Die APGD hat derzeit 163 Mitglieder. Das sind 20 mehr als im Vorjahr.
