Standpunkt: Frankenstein Food als Inspiration

Stratetic Planning in Deutschland geht neue Wege. Überall werden eigene Units oder eigenständige Gesellschaften für Strategische Planung ins Leben gerufen. Die Bedeutung der Planer wächst. Kein Wunder – denn strategische Planung wird mehr und mehr auch zur kreativen Herausforderung. Auf die Frage nach der “Strategischen Planung 2000″ kann auch Alison Segar, Direktorin Strategische Planung bei Springer und Jacoby, keine endgültige Antwort geben. Dennoch stechen drei Trends ins Auge, die das Planning heute prägen.

1. Das Planning entdeckt neue Quellen der Inspiration

Die Planer suchen nach neuen Denkstrukturen, die ihnen helfen können, zu einem frischen, innovativen Denken über Marken zu finden. Jüngst haben die Planer sogar die Genetik für sich entdeckt: Ein Thema, das gerade in Zeiten heißer Diskussionen um die Ethik von Genmanipulationen am Menschen wie an Lebensmitteln – Stickwort: Frankenstein Food – von besonderem Interesse ist. Es ist faszinieren zu sehen, wie Naturgesetze auf Marken angewendet werden, um herauszufinden, wie sie funktionieren, wie ihre Lebensdauer beschaffen ist. Auch Wissenschaften wie Bionik kommen zum Einsatz – etwa in der Idee, ein Flugzeug nach dem Flug der Vögel zu entwickeln. Auf welchem Weg man auch immer dahin kommen mag: Planning hat mit frischem Denken zu tun. Inspiriert werden kann der Planer von fast allem. Es ist erfrischend zu sehen, dass sich das Netz der Inspiration ausbreitet.

2. Einfaches, klares Denken triumphiert

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist, dass sich – wie in einigen der jüngst veröffentlichten Fallstudien ersichtlich – absolute Einfachheit und Klarheit im Denken beim Planungsprozess vermehrt auszuzahlen beginnt. Simple, logische Denkschritte, der clevere Einsatz von Einblicken in den Konsumenten, einfache, kreative Briefs – all das sind Dinge, die als Basis zu diesem Prozess gehören. Aber es sind auch Dinge, die man ganz schnell aus den Augen verlieren kann angesichts der zunehmend komplexen Marketing-Aufgaben. Deswegen tut es gut zu lesen, dass Einfachheit am Ende gewinnt – wie etwa bei den American APG Awards.

3. Gott sei Dank gibt’s Amazon.com

Nicht zuletzt verdankt das deutsche Planning vieles der Tatsache, dass – endlich – ein paar anständige Bücher und Artikel zu dem Thema erhältlich sind. Es gibt eine Menge höchst lesenswerter Bücher über Marken, Agenturen, Strukturen und neue Wege, die Dinge anzugehen – vor allem in den Vereinigten Staaten- Über den Internet-Buchhandel ist es jetzt auch hierzulande einfacher geworden, solcher Publikationen habhaft zu werden – sie machen das Leben interessanter! Das deutsche Planning beginnt gerade mal, international Fuß zu fassen. Da ist es ermutigend zu sehen, dass es da draußen auch noch ein paar Gleichgesinnte gibt!

Zur Autorin: Alison Segar, 36, hat ihre Karriere 1986 im Marketing von L´Oreal in Großbritannien begonnen, wechselte dann zu Gilette und stieg schließlich bei Grey in London ein. Weitere Stationen waren BBH, London und TBWA Paris. Danach kam sie als Direktorin Strategische Planung zu Springer & Jacoby, Hamburg.