Unter ihresgleichen

Unter ihresgleichen können sich jetzt auch Strategen bewegen. Die APG, auf gut deutsch Account Planning Group, wurde im vergangenen Jahr gegründet, in die Pötte kommt der Verband erst dieser Tage. Zur Sprecherin auserkoren wurde Karen Heumann, 33, hauptberuflich Geschäftsführerin Strategische Planung bei Leagas Delaney in Düsseldorf.

Irgendeiner muß schließlich irgendwann die dumme Frage beantworten können: “Was macht ihr Strategen eigentlich den ganzen Tag?” Und außerdem will man sich endlich mal abgrenzen von Unternehmensberatern und Kontaktern. Keiner der beiden Berufsgruppen wird die Butter vom Brot genommen, meint Heumann. Was das heißt? Beispielsweise neue Wege für Kampagnen erschließen, mal querdenken und immer wieder: Ran an den Kunden, Verbrauchergespräche führen, Ergebnisse präsentieren.

In England gibt’s den APG schon seit über 20 Jahren. Er ist fest in die dortige Werberszene integriert und vergibt jährlich die APG-Awards. In Deutschland zählt der Verband gerade 58 Mitglieder. Nicht so schlecht für den Anfang, aber viel mehr werden wohl nicht dazustoßen. Nicht weil kein Interesse besteht, sondern weil’s so wenig Strategen gibt. Nicht alle Agenturen messen strategischer Planung soviel Bedeutung bei wie Leagas Delaney. Auch ist es nicht unbedingt einfach, mit der APG-Mitgliedschaft: Rein kommt nur, wer in seinem Arbeitsvertrag Account Planer heißt und sonst keiner. Außerdem muß der Antragsteller zwei Mentoren aus dem APG vorweisen können.

Nun steht viel Arbeit an: Unter http://www.apgd.de wird an der Homepage gebastelt. Einen festen Verbandssitz gibt’s nicht: “Wir wollen uns über eine virtuelle Heimat definieren”, sagt Heumann. Und sich von der, gerade in deutschen Landen üblichen, Vereinsmeierei abheben. Zur Chefsache erklärt hat die APG Nachwuchsförderung und berufliche Fortbildung. An kleinen Planer-Genies mangelt’s nämlich.