Interessanter Artikel zum Thema „Prognostizierbarkeit“. Ich bin sehr gespannt, ob Iran bald die Atombombe bauen wird oder ob die Studentenbewegung wieder an Einfluss gewinnt.
Das Verfahren an sich ist ja wohl relativ simpel und erinnert an die normale Kausalanalyse. Was mich verblüfft, ist die Annahme, dass die Entscheidungen von Gremien/Stakeholdern so komplett rational sein sollen. Sagen uns die Neuropsychologen da nicht das Gegenteil? Und tritt der Tipping Point der Chaos-Theorie bei politischen Entscheidungsprozessen nicht auf?
Gut ist, dass der Autor, ein Problem anspricht, das mich z. B. auch bei Martin Lindstroms Buch Buy-ology ziemlich genervt hat: Jemand versucht, sein Verfahren zu verkaufen, weil es angeblich empirisch nachgewiesene Erfolge produziert. Aber wenn man nachfragt, wie hoch die Erfolgsquote ist, wird man mit Aussagen so genannter Experten (hier irgendeinem CIA-Mann) beglückt, anstatt klar nachvollziehbare Beweise/Daten zu bekommen.
Außerdem hängt die Güte der Vorhersagen ja anscheinend auch von den Fähigkeiten von Bueno de Mesquita als Interviewer ab (sonst hätte sein Unternehmen schon jede Menge Wettbewerber). Das ist ein Thema, dem wir in der Marktforschung ja schon öfter begegnet sind … und das mich zu einer kleinen Frage bringt: Gibt es eigentlich jemanden, der die Qualität der Arbeit von Marktforschungsunternehmen bewertet?